Camping Inception

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Da unser normales Leben Camping heißt ist es etwas komisch, auf einen Campingtrip zu gehen.Als müsste man eigentlich wissen, was man tut, aber irgendwie hat man keine Ahnung. Außerdem ist es komisch, ohne unser Haus auf einem Campingplatz aufzutauchen.

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Wir hatten die Touristenmassen satt. Und wir hatten einen schlechten Tag. Einen verschlafen-Kamera-vergessen-Kind-kotzt-Autositz-voll-Tag. Als wir es endlich aus dem Campingplatz raus geschafft haben, konnten wir noch nicht einmal auf die Straße zum Logan’s Pass hoch abbiegen, weil so viele Autos in die gleiche Richtung unterwegs waren. Es ist eine Untertreibung, dass unsere Laune schlecht war.

Also sind wir zurück zum Campingplatz gefahren und uns auf ein Abenteuer auf gemacht. Wir brauchten eine Stunde, um das Auto vollzuladen mit Essen und Schlafkram und dann ab in die nördlichste Ecke des Parks: Kintla Lake. Man muss einmal aus dem Park raus und dann weiter nördlich wieder rein, 20 Meilen auf einer größtenteils unbefestigten Straße und dann nochmal 16 Meilen auf einer von Schlaglöchern durchzogenen Straße hinfahren. Wir waren letztendlich näher an Kanada als an unserem Trailer, aber die Straße war eine Sackgasse, weil der Grenzübergang nach Kanada für immer geschlossen ist. Das einzige bisschen Zivilisation, dass man unterwegs hatte, war das “Dörfchen” Polebridge, offiziell 59 Einwohner, eine Bar, ein “Supermarkt” und ein Obststand, das wars. Sehr süß, aber wenn man die Einwohner reden hört, wie sie schon ewig keine Tomaten mehr gesehen haben und wie toll das ist, dass der Obststand heute welche hat, dann kann ich mir nicht vorstellen, jemals so weit weg von allem zu wohnen. Egal wie lecker die Heidelbehr-Törtchen waren, die es da gab.

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Also, ab nach Kintla Lake. Nachdem uns für eine Stunde zwei Autos auf der Stoßstange saßen, haben wir um 11 Uhr morgens den letzten Platz bekommen. Vielleicht doch nicht abgelegen genug. Andererseits haben sie auch nur 13 Plätze.

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Der Campingplatz ist direkt am See, und nach einem kurzen Mittagessen haben wir 4 Meilen auf dem Wanderweg geschafft, bis auch Schokolade die kleinen Beinchen nicht mehr motivieren konnte. Der Campingplatz war voll, aber sehr viel ruhiger als der Apgar Campingplatz, wo wir regulär waren. Jeder ist um 9 ins Bett gegangen (bis auf unsere Kinder).
Wenn es nicht jedes Mal so ein Drama wäre, die Kinder auch wirklich im Auto zum Schlafen zu kriegen, würden wir das viel öfter machen.

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Wir haben uns recht früh wieder auf den Rückweg gemacht und standen keine 2 Stunden später wieder im Stau. Ich bin froh, dass wir uns auch mal die weniger besuchten Stellen angeguckt haben, sie sind nicht weniger schön oder imposant als der Rest. Ich freu mich schon, irgendwann mal die schwierigen Wanderungen machen zu können.

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