Wyoming (Yellowstone Nationalpark)

 

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Es hätte leicht sein sollen, Yellowstone zu mögen. Wir sollten begeistert sein, ehrfurchtsvoll im Angesicht der Naturspektakel, und niemals wieder weg wollen. Stattdessen sind wir nach grade mal 48 Stunden weiter gefahren, ohne das Gefühl zu haben, etwas zu verpassen. Und dabei haben wir den kompletten südlichen Teil weg gelassen, wo der Old Faithful Geyser und die Grand Prismatic Spring sind, also all das, wofür Touristen normalerweise nach Yellowstone kommen.

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Camping außerhalb von Yellowstone

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Wir haben uns Yellowstone vom Norden genähert, einmal weil es dort eine gute Stelle zum Umsonst-Campen gab und weil wir uns Bozeman mal genauer angucken wollten. Sehr süßes Städtchen mit Tag der offenen Tür bei der Feuerwehr, Bioläden und kleiner Fußgängerzone. Alles, was wir an Städten mögen.

Wir waren uns nicht so ganz sicher, wie wir Yellowstone angehen sollen. Wir hätten gerne nochmal einen Autotrip gemacht, aber der Trailer war zu weit vom Park weg als dass wir früh genug drin gewesen wären, um noch einen der beliebten Plätze auf dem entlegensten Campingplatz zu kriegen (der war jeden Morgen um 7 voll). Außerdem war der noch nichtmal wirklich entlegen. Also haben wir stattdessen frühmorgens unseren Trailer aufgekoppelt und haben einen der letzten Plätze auf dem nördlichsten Campingplatz ergattert. Ich war mir nicht so sicher, dass das eine gute Idee ist, da das der Campingplatz ist, der am weitesten weg von all den “Attraktionen” ist. Es hat sich herausgestellt, dass das genau das Richtige war.

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Den ersten Tag haben wir normal mit Arbeiten verbracht und dann nachmittags noch etwas erkundet. Wir wollten nicht so weit in den Park rein, deswegen sind wir im Lamar Valley geblieben, die am wenigsten besuchte Ecke vom Park. Dort gab es jede Menge Bisonherden, eine wunderschöne Natur und das recht nahe Buffalo Fire.

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Nach genug Bisons gucken haben wir dann noch einen kurzen Stop bei den Mammoth Hot Springs gemacht. Lamar Valley war ohne Frage wunderschön, aber der Stop bei den heißen Quellen war komisch. Man erwartet, dass man komplett begeistert ist von einem unglaublichen Naturspektakel. Stattdessen, keine Ahnung. Irgendwie nicht. Es lag nicht an den Touristen, auch wenn die anstrengend waren und die Menge an Fußabdrücken und Müll in den fragilen Natur wirklich schrecklich war. Es ist ein komisches Gefühl, dass ich nicht wirklich beschreiben kann. Nicht wirklich enttäuscht, aber definitiv weniger gefangen als ich es erwartet habe. Vielleicht ist es einfach zu irreal um es wirklich zu verstehen.

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Am nächsten Morgen wollten wir eigentlich super früh raus und alles sehen. Stattdessen haben wir verschlafen und sind einfach zurück ins Lamar Valley gefahren. Da hatten wir ein Frühstück mit Bisons (wir im Auto, die Bisons nicht), und die meisten Touristen haben noch nichtmal versucht, ein Selfie mit denen zu machen.

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Alles war vernebelt von den Feuern, die seitdem nur schlimmer geworden sind.

Wir sind dann spontan noch weiter östlich ins Valley rein gefahren, auch wenn das bedeutet, dass man einen großen Umweg fahren muss. Aber die Gegend war wunderschön und gerade als wir uns entschieden hatte, umzudrehen, haben wir tatsächlich noch einen Grizzly gesehen. Weit genug weg um nicht gefährlich zu sein, nah genug um das nasse Fell zu erkennen. Wahnsinniges Geschöpf. Ich glaube allerdings, der Angler hat nie erfahren, was passiert ist.

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(Ich habe einen Grizzly gesehen, ich poste davon so viele Bilder wie ich möchte.)

Wir haben noch ein bisschen in der Gegend gewartet um zu gucken, ob er wieder auftaucht. Haben den Ranger beobachtet wie er Touristen zurückpfeift, die auf Bärensteichelkurs waren und besagte Touristen dabei beobachtet, wie sie den Ranger ignorieren. Er ist nicht wieder aufgetaucht, aber ich bin glücklich, dass wir tatsächlich noch einen gesehen haben. Ich hätte nicht gedacht, dass wir so ein Glück haben!

Danach sind wir dann zurück in den Hauptteil vom Park, hauptsächlich zum Norris Geyser Basin mit dem Porcelain Basin und Steamboat Geyser. Wir haben uns die Quellen angeguckt (und dabei die Kids ganz fest gehalten) und den Geyser angeguckt (den Emmi unheimlich fand und schnell wieder weg wollte). Wir haben Junior Ranger Grundwissen angewendet (blaues Wasser heißt heiß, rotes Wasser heißt kalt, also können wir im roten brodelnden Wasser schwimmen!). Es war wunderschön, ohne Frage. Aber trotzdem hat uns der Besuch nicht so begeistert zurück gelassen wie die Gletscher im Glacier Nationalpark oder die Bergseen im Olympic Nationalpark. Es war ein bisschen wie Death Valley Nationalpark, eine Reihe von Sehenswürdigkeiten, die man am Besten abfahren sollte. Außerdem sollte man nicht unterschätzen, wie unheimlich es ist auf einem aktiven Vulkan zu stehen. Wir haben wahrscheinlich ein bisschen zu viel gelesen, bevor wir da hingefahren sind.

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Ich bin froh, dass wir Yellowstone besichtigt haben. Aber es zieht mich nicht dahin zurück (ich würde lieber wieder hoch zum Glacier NP fahren), noch nichtmal um den südlichen Teil zu sehen. Und ja, die Touristen waren wirklich so schlimm wie alle schreiben.